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Arbeitsvertrag: Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht?

Diese wenig überzeugende Formulierung habe ich aus einem Arbeitsvertrag einer deutschlandweit tätigen AG herausgezupft. Offen gesagt, mein Mandant und ich mussten erst einmal um die Ecke denken, um den Sinn dieser Formulierung zu verstehen. Es ist klar, was die Arbeitgeberin damit ausdrücken will: § 622 Abs. 2 BGB soll auch für die Arbeitnehmer gelten; das ist erlaubt und ergibt sich mittelbar aus Abs. 6. Im gesetzlichen Regelfall verlängern sich die Kündigungsfristen sonst  allein für den Arbeitgeber, der Mitarbeiter behält immer seine Grundkündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende.

Ausschnitt aus Arbeitsvertrag

So formuliert das Gesetz die Verlängerung für den Arbeitgeber:

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen […] bestanden hat […]

Die Klausel der AG wird in diesem Fall schon funktionieren, aber mir ist das zu verschwurbelt (manche Formularbücher empfehlen diesen Text). Für meine Verträge schlage ich diese Formulierung vor:

Gesetzliche Verlängerungen der Kündigungsfristen gelten nicht nur für den Arbeitgeber, sondern in gleicher Art und Weise auch für den Arbeitnehmer.

Das ist schlank entlang des Gesetzes formuliert und wird von jedem verstanden. Denn: Unklare Formulierungen im Arbeitsvertrag schaffen Unsicherheit. Für Arbeitgeber wird das im schlimmsten Fall teuer.

 

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