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Sechs populäre Irrtümer zu Kündigung und Abfindung

Vor der Kündigung muss drei Mal abgemahnt werden

Falsch. Manche Kündigung ist sogar ohne Abmahnung wirksam. Bei anderen Verstößen gegen den Arbeitsvertrag muss mehrfach abgemahnt werden. Was richtig ist, hängt entscheidend von den Vorfällen ab. Immer gilt aber: Ein bereits mit der Abmahnung gerügtes Fehlverhalten kann nicht gleichzeitig als Kündigungsgrund dienen.

Auch eine mündliche Kündigung ist wirksam

Das war einmal. Weil es immer wieder Streit und Zweifel gab, ob nun gekündigt wurde oder nicht, wurde das Gesetz geändert. Seit fast einem Jahrzehnt muss nun schriftlich gekündigt werden. Egal, ob Chef oder Mitarbeiter. Schriftlich bedeutet auch, dass auf der Kündigung eine echte Unterschrift stehen muss. Mit SMS, E-Mail oder Telefax kann man also nicht wirksam das Arbeitsverhältnis beenden.

Krankgeschriebenen Arbeitnehmern kann nicht gekündigt werden

Vielleicht weil das Arbeitsgesetzbuch der DDR dies verbot, hat sich diese Legende gebildet. Krankheit schützt aber nicht vor Kündigung. Das heißt aber nicht, dass die Kündigung wegen Krankheit wirksam ist. Denn die krankheitsbedingte Kündigung gehört zu den schwierigen und fehlerträchtigen Fällen der Kündigung. Und: Natürlich kann dem Mitarbeiter auch eine Kündigung geschickt werden, wenn er im Urlaub ist.

Die Kündigung muss eine Begründung enthalten

Nein, muss sie nicht. Sie ist auch ohne Begründung formgerecht. Nach Ausspruch einer fristlosen Kündigung kann der Mitarbeiter jedoch eine schriftliche Begründung verlangen. Hat der Arbeitgeber eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen, muss er die Sozialauswahl erläutern, wenn der Arbeitnehmer danach fragt.

Es gibt einen Anspruch auf Abfindung

Ein weitverbreiteter Irrtum. Fällt das Urteil im Kündigungsschutzprozess, erhält der Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz zurück oder er verliert ihn. Der Richter spricht aber keine Abfindung zu, das ist im Gesetz nicht vorgesehen. Eine Abfindung wird vereinbart, wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber darüber einig sind, das sie nicht mehr zusammen weiterarbeiten wollen. Die Kündigung gilt als wirksam, für den Jobverlust gibt es dann die Entschädigung.

Die Abfindung wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet

Nein. Sie muss nur versteuert werden. Aber: Wer die Kündigungsfrist abkürzt, um das ersparte Gehalt als Abfindung zu erhalten und die Abgaben einzusparen, wird mit dem Ruhen des Arbeitslosengeldes bestraft.
Ein Beispiel: Der Arbeitgeber kann frühestens zum 30.09. kündigen. Chef und Mitarbeiter vereinbaren, das bereits am 31.07. Schluss ist und zwei Gehälter zur Abfindung hinzukommen. Folge: Arbeitslosengeld erst ab 01.10.

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