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Muster Kündigungsschreiben

Allgemeine Information

Mit diesen Textvorschlägen können Sie selbst ein Kündigungsschreiben mit dem notwendigen und sinnvollen Inhalt verfassen.

Die Bezeichnungen werden nicht immer einheitlich verwendet:

  • Ordentliche Kündigung (Gesetzessprache) = fristgerechte Kündigung (Umgangssprache)
  • Außerordentliche Kündigung (Gesetzessprache) = fristlose Kündigung (Umgangssprache)

Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen (§ 623 BGB), also eine Originalunterschrift tragen. Kündigungen per Telefax, E-Mail oder SMS/Messenger sind unwirksam. Die Kündigung wird erst wirksam, wenn sie dem Mitarbeiter zugeht. Rückwirkende Kündigungen sind daher nicht möglich.

Der 1. Textbaustein ist in drei Varianten ausformuliert. Je nach Situation muss der passende Text ausgewählt werden.

1. Textbaustein: Ordentliche Kündigung

„Hiermit kündigen wir das mit lhnen bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht aus betriebsbedingten Gründen zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach unseren Berechnungen der <Datum einfügen>.“

Eine Nennung des Kündigungsgrundes „aus betriebsbedingten/aus verhaltensbedingten/aus personenbedingten Gründen“ ist nicht verpflichtend. Es ist auch nicht immer empfehlenswert. Die Kündigung muss im Kündigungsschreiben nicht begründet werden. Bei einer betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber (später) auf Verlangen des Arbeitnehmers nach § 1 Abs. 1 Satz 3 KSchG die Gründe mitteilen, die zu der getroffenen Sozialauswahl geführt haben. Wenn die Kündigungsfrist falsch berechnet wurde (zu kurz), dann kann sie bei dieser Formulierung in eine Kündigung zum richtigen Zeitpunkt umgedeutet werden und ist nicht wegen eines unklaren Beendigungszeitpunktes unwirksam.

1. Textbaustein: Außerordentliche, hilfsweise ordentliche Kündigung

„Hiermit kündigen wir das mit lhnen bestehende Arbeitsverhältnis fristlos, hilfsweise fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach unseren Berechnungen der <Datum einfügen>.“

Eine außerordentliche Kündigung kann scheitern, weil das Arbeitsgericht möglicherweise keinen wichtigen Grund feststellt, § 626 Abs. 1 BGB. Für diesen Fall wird sicherheitshalber zugleich die ordentliche Kündigung ausgesprochen. Die Angabe eines Beendigungszeitpunktes ist nicht notwendig, da durch die außerordentliche Kündigung klar wird, dass das Arbeitsverhältnis vorrangig sofort beendet werden soll. Die zusätzliche Angabe vermeidet aber unnötigen Streit. Nach § 626 Abs. 2 Satz 3 BGB kann der Mitarbeiter verlangen, dass ihm der Kündigungsgrund unverzüglich schriftlich mitgeteilt wird.

1. Textbaustein: Ordentliche betriebsbedingte Kündigung mit Abfindungsangebot gem. § 1a KSchG

„Hiermit kündigen wir das mit lhnen bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht aus betriebsbedingten Gründen zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach unseren Berechnungen der <Datum einfügen>.

Die Kündigung erfolgt wegen dringender betrieblicher Erfordernisse. Gem. § 1a Abs. 1 KSchG weisen wir Sie darauf hin, dass, sofern Sie keine Klage auf Feststellung erheben, das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufgelöst ist und Sie Anspruch auf Zahlung einer Abfindung haben. Erheben Sie daher keine Kündigungsschutzklage, so steht Ihnen eine Abfindung gem. § 1a Abs. 2 KSchG zu, die der Höhe nach <Betrag einfügen> EUR brutto beträgt und sich wie folgt berechnet:

0,5 Monatsverdienste in Höhe von <Betrag einfügen> EUR brutto für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses, bei Ihnen <Zahl einfügen> Jahre. Bei der Ermittlung der Dauer des Arbeitsverhältnisses wurde ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten auf ein volles Jahr aufgerundet.“

2. Betriebsratsanhörung (wenn Betriebsrat vorhanden)

„Der Betriebsrat wurde zur Kündigung angehört. Er hat der Kündigung zugestimmt/sich nicht geäußert/ihr widersprochen; seine Stellungnahme ist beigefügt.“

3. Textbaustein: Meldung bei der Arbeitsagentur

„Wir weisen Sie auf ihre Pflicht zur frühzeitigen Arbeitssuche nach § 38 Abs. 1 SGB III hin. Sie sind verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden. Liegen zwischen Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, hat die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu erfolgen. Zur Wahrung der Frist gemäß der beiden vorstehenden Sätze reicht eine Anzeige unter Angabe der persönlichen Daten und des Beendigungszeitpunktes aus, wenn die persönliche Meldung nach terminlicher Vereinbarung nachgeholt wird. Die Pflicht zur Meldung besteht unabhängig davon, ob der Fortbestand des Arbeitsverhältnisses gerichtlich geltend gemacht oder in Aussicht gestellt wird.“

Dieser Hinweis ist eine „Serviceleistung“. Wir wissen aus Erfahrung, dass erstaunlich viele Arbeitnehmer diese Pflichten und vor allem die Fristen nicht kennen. Wenn Sie den Baustein vergessen, machen Sie sich nicht schadensersatzpflichtig; Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.09.2005 – 8 AZR 49/05.

4. Wer die Kündigung unterschreiben darf

Eine Kündigung wird unwirksam, wenn sie unverzüglich zurückgewiesen wird, weil ein Unberechtigter unterschrieben hat, z.B. im Handwerksbetrieb nicht der Inhaber, sondern eine Büroangestellte (Ein echter Fall aus unserer Praxis! Glücklicherweise haben wir hier in allen Beispielsfällen den Arbeitnehmer vertreten). Geschäftsführer und Personalleiter sind immer zur Kündigung berechtigt. Vorsicht bei Gesamtprokura: Wer darf mit wem zeichnen? Beliebte Falle: Zwei Prokuristen zeichnen, obwohl diese jeweils nur mit dem Geschäftsführer hätten unterschreiben dürfen (Ausnahme: Der Personalleiter darf auch bei Gesamtprokura allein zeichnen – Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 25.09.2014 – 2 AZR 567/13). Wenn sich die Vertretungsberechtigung nicht aus dem Gesetz (z.B. Geschäftsführer) oder aus dem Handelsregister (z.B. Prokurist) ergibt, muss eine Originalvollmacht für den jeweiligen Unterzeichner mit dem Kündigungsschreiben vorgelegt werden (Bitte nicht separat faxen – auch ein echter Fall aus unserer Praxis.) Diese Vollmacht muss durch einen Kündigungsberechtigten (oder ggf. mehrere) unterschrieben sein. Hier gilt dann nichts anderes als für die Kündigung selbst.

Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts sollten wegen § 709 Abs. 1 BGB vorsichtshalber alle Gesellschafter unterschreiben (Kündigung unwirksam: Ein Name fehlte; es waren alle Namen maschinenschriftlich vorgegeben. Bundesarbeitgericht, Urteil vom 21.04.2005 – 2 AZR 162/04). Das LAG Düsseldorf hielt eine Kündigung für wirksam, weil im Gesellschaftsvertrag die Kündigungsberechtigung auch einzelner Gesellschafter vereinbart war. Urteil vom 22.05.2015 – 10 Sa 811/14.

5. Unterschrift

Der Empfänger einer Kündigung soll prüfen können, wer die Kündigung unterschrieben hat und damit, ob sie echt ist. Er muss also den Unterzeichner identifizieren können. Deshalb ist eine (einigermaßen) lesbare Unterschrift Pflicht, keine „Arztunterschrift“ bitte. Denn sonst gibt es bereits Streit um die Wirksamkeit des Kündigungsschreibens an sich – und damit schlaflose Nächte für den Arbeitgeber während des Kündigungsschutzprozesses. So sollten Sie es also nicht machen (eine echte „Unterschrift“!):Unleserliche Unterschrift

Das sagen die Gerichte: „Das Erfordernis der eigenhändigen Unterschrift verlangt nicht, dass unmittelbar bei Abgabe der schriftlichen Erklärung für den Erklärungsempfänger die Person des Ausstellers feststehen muss. Dieser soll nur identifiziert werden können. Hierzu bedarf es nicht der Lesbarkeit des Namenszugs. Vielmehr genügt ein die Identität des Unterschreibenden ausreichend kennzeichnender Schriftzug, der individuelle und entsprechend charakteristische Merkmale aufweist, welche die Nachahmung erschweren. Ein lesbarer Zusatz des Namens des Unterzeichnenden wird von § 126 BGB nicht verlangt. Der Schriftzug muss sich als Wiedergabe eines Namens darstellen und die Absicht einer vollen Unterschriftsleistung erkennen lassen, selbst wenn er nur flüchtig niedergelegt und von einem starken Abschleifungsprozess gekennzeichnet ist.“

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