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Teure Kündigungsfrist

Unfälle am Schreibtisch: Einen Vertrag kann jeder selbst verfassen. Aber es ist wie beim Heimwerken. Wer nicht das richtige Werkzeug hat oder wem die richtigen Kenntnisse fehlen, wird nichts Gescheites zustandebringen. Ein schief stehendes Regal ist nur ärgerlich, ein verbastelter Arbeitsvertrag kommt im Streit den Verfasser teuer zu stehen.

Dieses reizende Fundstück habe ich aus einem Vertrag, den ein Dachverein von Sportvereinen verwendet.

Offensichtlich wollte man hier die Kündigungsfristen aus § 622 BGB verwenden. Das ist gründlich misslungen.

  • Es wurde zwar ordentlich eine Probezeit vereinbart. Nach dem Gesetz könnte dann mit einer Frist von vierzehn Tagen gekündigt werden. Hier aber mit zwei Wochen zum 30. des nächsten Monats. Die Kündigungsfrist beträgt also jetzt rund sechs Wochen.
  • Nach Ablauf der Probezeit beträgt die Frist nun acht Wochen zum 30. des nächsten Monats, also fast zwei Monate.
  • Erst ab einer Betriebszugehörigkeit (auch falsch, aber eher für Spezialisten: Firmenzugehörigkeit) gilt die richtige Frist von einem Monat zum Monatsende.

Kosten für den Arbeitgeber: In beiden Fällen ein Bruttomonatsgehalt zusätzlich.

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