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Keine Urlaubskürzung bei Wechsel in Teilzeit

Da platzt dem Chef der Kragen: Verlangt doch der Teilzeit-Mitarbeiter den gesamten Jahresurlaub: 30 Tage, die sonst nur den Vollzeit-Mitarbeitern zustehen. Doch der Mitarbeiter hat Recht.

Teilzeit-Mitarbeiter (auch geringfügig Beschäftigte) erhalten die gleiche bezahlte Urlaubszeit wie Vollzeit-Mitarbeiter. Nehmen wir an, der Jahresurlaub beträgt 30 Arbeitstage: Wer nur drei Tage in der Woche arbeitet, erhält 6 x 3 Tage Urlaub, damit er im Ergebnis auch sechs freie Wochen genießen kann.

Was passiert aber, wenn ein bislang in Vollzeit arbeitender Mitarbeiter in Teilzeit wechselt? Bislang wurde der Urlaub neu berechnet und anteilig gekürzt. Damit ist jetzt Schluss, wie das Bundesarbeitsgericht am 10. Februar 2015 – 9 AZR 53/14 (F) entschied. Es setzte damit eine Entscheidung des EuGH aus dem Jahr 2013 (C-415/12) in die nationale Rechtsprechung um.

Wie in den Urlaubs-Entscheidungen der vergangenen Jahre hoben die europäischen Richter die Bedeutung des bezahlten Jahresurlaubs hervor. Da der Anspruch auf den gesamten (!) Jahresurlaub immer am 1.1. eines jeden Jahres entsteht, dürfe nicht in nachhinein der verdiente Urlaub gekürzt werden. Jede andere Sichweise führe zu einer Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten. Mit Blick auf die Entscheidung aus Luxemburg hat das Bundesarbeitsgericht seine bisherige Rechtsprechung aufgegeben und seine Rechtsauffassung angepasst.

Wer als Arbeitgeber die Anhäufung von Urlaub vermeiden möchte, sollte den in die Teilzeit wechselnden Mitarbeiter auffordern, seinen Urlaub teilweise aufzubrauchen. Als Restzeit sollte der Urlaub übrigbleiben, der nach der alten Rechenformel ermittelt wird.

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